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zur Website *** Archiv (Pressemitteilung
November 2007) Köln. Die Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime (ZdE), Mina Ahadi, fordert kopftuchfreie Schulen. In einer Erklärung des Zentralrats heißt es, der Staat solle ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen und Schülerinnen an öffentlichen Schulen einführen. Dieser Schritt sei notwendig, um Mädchen aus streng muslimischen Familien in ihrem Emanzipationsstreben zu unterstützen. Zwar sei es für eine offene Gesellschaft keineswegs unproblematisch, wenn der Staat in die Kleiderordnung seiner Bürger eingreife, dies dürfe jedoch nicht dazu führen, dass man jene gewähren ließe, die die offene Gesellschaft am liebsten ganz abschaffen würden. Die Verschleierung von Mädchen sei eine Form von „mentaler Kindesmisshandlung“, gegen die der Staat einschreiten müsse. Auf der Grundlage der Verfassung könnten nur „aufgeklärte Versionen des Islam“ toleriert werden, die etwa die Gleichberechtigung von Mann und Frau akzeptierten. Ahadi will die Forderung nach einem Kopftuchverbot am 1. Dezember in Köln im Rahmen einer von der Giordano Bruno Stiftung veranstalteten Podiumsdiskussion begründen. Mit ihr kontrovers diskutieren werden die Schriftsteller Ralph Giordano und Günter Wallraff, die in den letzten Monaten ebenfalls mit islamkritischen Äußerungen für Schlagzeilen gesorgt haben. Die Debatte unter dem Titel „Aufklären statt verschleiern! - Islam in Deutschland“ wird vom Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung, Michael Schmidt-Salomon, moderiert werden und ist als Auftaktveranstaltung zur „Kritischen Islamkonferenz“ im Frühjahr/Sommer 2008 gedacht. Veranstaltungsort der Diskussion am kommenden Samstag ist die Aula der Universität Köln (Albertus-Magnus Platz 1). Die Veranstaltung beginnt um 18.00 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Erklärung
des Zentralrats der Ex-Muslime zu kopftuchfreien Schulen Die Podiumsteilnehmer Mina Ahadi, geb. 1956, ist Gründungsmitglied und Vorsitzende des Zentralrats der Ex-Muslime, des Internationalen Komitees gegen Steinigung und des Internationalen Komitees gegen die Todesstrafe. Sie wurde Anfang der 80er Jahre aufgrund ihrer politischen Tätigkeit gegen das iranische Mullahregime in Abwesenheit zum Tode verurteilt. Bis 1990 lebte sie als Partisanin im Untergrund, dann gelang ihr die Flucht nach Österreich. Ahadi wurde im Oktober 2007 für ihr Engagement für Menschen- und Frauenrechte in London zur "Säkularistin des Jahres" gewählt. Internet: www.ex-muslime.de/ Ralph Giordano, geb. 1923, ist Schriftsteller, Journalist und Regisseur. Als Jugendlicher wurde er aufgrund seiner jüdischen Herkunft drei Mal von der Gestapo verhört und misshandelt. Er und seine Familie überlebten die Nazizeit versteckt in einem Keller in Hamburg-Alsterdorf. Die Erfahrungen dieser Zeit verarbeitete er u.a. in seinem erfolgreichen Roman "Die Bertinis", der fürs Fernsehen verfilmt wurde. Das ehemalige KPD-Mitglied Giordano rechnete 1961 in seinem Buch "Die Partei hat immer Recht!" mit dem Stalinismus ab. Als unermüdlicher Warner vor der Gefahr des Totalitarismus schaltete sich Giordano in viele Debatten ein. In diesem Jahr sorgte vor allem sein Engagement gegen den Moscheebau in Köln für Schlagzeilen. Günter Wallraff, geb. 1942, ist ebenfalls Schriftsteller und Journalist, er begründete sogar eine eigene Form des "investigativen Journalismus", nämlich die verdeckte Recherche unter falscher Identität. Wie stilbildend Wallraff dabei war, zeigt sich u.a. darin, dass sich in der schwedischen Sprache das Wort "wallraffa" als offizielle Bezeichnung für diese verdeckte Form des Journalismus eingebürgert hat. Günter Wallraff war u.a. "der Mann, der Hans Esser war" und der als solcher über die Methoden der Bildzeitung berichtete, sowie der Türke Ali Levent, der die deutsche Arbeitswelt von "Ganz unten" beschrieb. Dass Wallraff in diesem Jahr die Kölner Moscheebauer der DITIB mit dem Vorschlag verstörte, ausgerechnet Rushdies "Satanische Verse" in der Moschee lesen zu wollen, hat einen lebensgeschichtlichen Hintergrund: Nachdem gegen Rushdie die lebensbedrohliche Fatwa verhängt wurde, bot ihm Wallraff in seiner Wohnung in Köln eine zeitlang Unterschlupf. Internet:www.guenter-wallraff.com/
Moderation Michael Schmidt-Salomon, geb. 1967, ist Philosoph und Schriftsteller sowie Vorstandssprecher der Giordano Bruno Stiftung (GBS). Neben seinen Veröffentlichungen (u.a. "Manifest des evolutionären Humanismus", "Stollbergs Inferno", "Die Kirche im Kopf", Wo bitte geht`s zu Gott? fragte das kleine Ferkel") wurde er vor allem durch medienwirksame Aktionen einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. So leitete er u.a. die PR-Kampagne "Wir haben abgeschworen!" des Zentralrats der Ex-Muslime. Internet: www.schmidt-salomon.de/ *** Presseberichte zur Auftaktveranstaltung (Auswahl) Kopftuchverbot
für Kinder *** Kurze Videodokumentation der Veranstaltung auf You
Tube Ausschnitte
aus der Veranstaltung im "ARD-Jahresrückblick 2007" *** Materialien zur Veranstaltung Veranstaltungsplakat
in druckfähiger Auflösung Druckfähiges
Bild "Aufklären statt verschleiern" (ohne Veranstaltungshinweis) Um Missverständnisse zu vermeiden: Der Zentralrat der Ex-Muslime hat kopftuchfreie Schulen gefordert - nicht die Giordano Bruno Stiftung. Die Stiftung hält die Position der Ex-Muslime allerdings für durchaus diskussionswürdig (im wahrsten Sinne des Wortes!) und lädt deshalb zu einer Podiumsdiskussion ein, auf der diese und andere Fragen kontrovers diskutiert werden. Zur rechtlichen Problematik des Kopftuchverbots (bislang nur im Falle von Lehrerinnen diskutiert) verweisen wir auf die differenzierte Analyse, die unser Beiratsmitglied Gerhard Czermak erstellt hat und die im Portal der "Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland" (fowid) heruntergeladen werden kann: Gerhard Czermak: Das islamische Kopftuch im rechtlichen und politisch-gesellschaftlichen Zusammenhang Zu den empirischen Hintergründen der Thematik "Islam in Deutschland" verweisen wir auf die ebenfalls im Portal der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) veröffentlichte Analyse des GBS-Kuratoriumsmitglieds Carsten Frerk Muslime in Deutschland. Der
Islamkritiker Hartmut Krauss (Zeitschrift Hintergrund) unterstützt
die Forderung des ZdE
zum Kopftuchverbot an deutschen Schulen, siehe den Text: *** zurück
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